Sanibel Romper

Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon davon berichtet, dass ich zu viel von dem hübschen Viskosestoff gekauft habe, aus dem ich das Cambie Dress genäht habe. Und da ich schon seit längerer Zeit einen kurzen Jumpsuit für den Sommer nähen wollte, habe ich den Stoff gar nicht lange herumliegen lassen. Einen Jumpsuit, der kurze Hosenbeine hat, nennt man dann im Übrigen Romper. Falls du aufgrund der vielen Begriffe auch so verwirrt warst wie ich;)Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Ich bin also zunächst auf die Suche nach einem Schnittmuster für dieses Projekt gegangen. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Auswahl an Schnittmustern für Webware auf dem englischsprachigen Markt größer ist. Bis auf wenige Ausnahmen wird der deutsche Schnittmustermarkt von Jersey-Schnitten oder sehr weiten Webware-Schnitten beherrscht. Auch wenn ich persönlich gut mit englischen Schnittmustern zurecht komme, muss ich zugeben, dass mich das Umrechnen der Zoll-Angaben doch immer etwas nervt. Falls es dir da ähnlich geht, kann ich dir den Shop Näh-Connection empfehlen. Annika verkauft dort Schnittmuster, die sie aus dem Englischen übersetzt hat und auch die Maßangaben sind in das metrische System umgerechnet. Das neueste Schnittmuster Biscayne Blouse steht auch schon auf meiner Nähliste.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Und wie es der Zufall wollte, hat Annika einen Schnitt für einen kurzen Overall mit dem klangvollen Namen Sanibel im Angebot. Im Original ist der Schnitt bei Hey June erschienen. Der Schnitt bietet verschiedene Variationsmöglichkeiten. Man kann ihn entweder als Kleid oder mit Hosenbeinen nähen, was dann Romper heißt, wie ich gelernt habe. Außerdem kann der Kragen als Steh- oder Hemdkragen genäht werden und die Ärmel können als Kappärmel oder als lange Blusenärmel mit Manschetten gearbeitet werden.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Ich habe mich für die kurzen Kappärmel mit der geknöpften Schulterklappe entschieden, schließlich soll es ja ein Kleidungsstück für heiße Sommertage werden.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Außerdem habe ich den Stehkragen genäht, da ich diesen einfach etwas lässiger und besser passend zu dem leichten Sommerstoff finde. Da der Viskosestoff so flutschig ist, habe ich vor dem Zuschneiden den Stoff großzügig mit Sprühstärke eingesprüht und gebügelt. Denn der Kragen und die Knopfleiste sollten trotz des leichten Stoffs genau gearbeitet werden, damit alle Teile schön aufeinander passen. Die zusätzliche Stabilität durch die Sprühstärke erleichtert das Verarbeiten der Viskose enorm.
Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose
Inspiriert von Fredis Beitrag zum Bullet Journal habe ich mir auch ein hübsches Notizbuch bestellt, um darin zukünftig meine Notizen und Skizzen zu meinen Nähprojekten festzuhalten. Denn ich muss zugeben, dass bisher an sehr vielen verschiedenen Orten Notizen zu Schnittanpassungen, Ideen und zukünftigen Nähprojekten herumfliegen.Selbstgenähter Sanibel Romper-

Und irgendwie macht es mir auch sehr viel Spaß meine Notizen mit der Hand zu verfassen und etwas ansprechend zu gestalten. Außerdem habe ich festgestellt, dass es besonders bei Stoffen, bei denen das Muster auf dem Kleidungsstück an einer bestimmten Position sein soll, sinnvoll ist, eine Skizze gemacht zu haben.Selbstgenähter Sanibel Romper

Ich habe beispielsweise geplant, das die Bordüre des Stoffes ober- und unterhalb des Tunnelzugs entlangführt. Beim Zuschneiden habe ich dann immer wieder auf meine Skizze geschaut, um zu prüfen, wie das Muster ausgerichtet werden muss. Sonst hätte ich sicher vergessen, dass auch am oberen Rand der Taschenteile die Bordüre zu finden sein muss.

Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus ViskoseObwohl ich so genau gearbeitet habe, habe ich nicht bedacht, dass der Tunnelzug auf den unteren Rand des Oberteils genäht wird und dadurch die Bordüre überdeckt, die ich so sorgsam zugeschnitten habe… Man sieht sie also nun nur am Unterteil.

Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Von der Anleitung bin ich wirklich begeistert. Alle Schritte sind super erklärt und die Erklärungen werden durch Zeichnungen unterstützt, sodass man die Schritte sehr gut versteht, auch wenn man zum ersten Mal einen Kragen näht. Im Schnittmuster ist die Nahtzugabe schon enthalten. Das mag ich sehr gerne, denn ich finde, dass es schon einiges an Zeit spart, wenn man die Nahtzugabe nicht selbst ausmessen muss und außerdem wird es so auch genauer, wie ich finde.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Ich habe die Nähte komplett als französische Nähte verarbeitet. Dadurch sieht der Romper auch von Innen sauber gearbeitet aus und der Stoff kann auch ganz sicher nicht ausfransen. Die Hose habe ich mit einem einfarbigen weißen Viskosestoff gefüttert, da der Stoff etwas durchsichtig ist. Am Saum habe ich die Futterhose um 2 cm gekürzt, damit das Futter auch beim Sitzen nicht hervorschaut.Selbstgenähter Sanibel Romper mit französischen Nähten

Nun zur Passform des Rompers. Tja, was soll ich sagen. Ich hatte vorher schon ab und zu in Geschäften einen Romper anprobiert und fand immer, dass diese keine besonders vorteilhafte Wirkung auf meine Figur hatten. Leider sieht das bei dem Sanibel-Romper nicht so viel anders aus. Als ich das fertige Teil zum ersten Mal angezogen habe, war ich begeistert. Es trägt sich durch den Gummizug sehr bequem und der luftige Stoff trägt sich so leicht, dass ich für die Bequemlichkeit auf jeden Fall volle Punktzahl geben kann.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Aber dann habe ich mal in den Spiegel geschaut und irgendwie habe ich mich dann so gar nicht mehr wohl gefühlt. Ich kann gar nicht genau sagen was mich gestört hat, aber irgendwie gefiel mir das Teil so gar nicht. Ich war natürlich sehr enttäuscht. Hatte ich doch viel Arbeit und Mühe hineingesteckt. Ich zeigte es dann einer Freundin und auch sie meinte: „Du kannst es auf jeden Fall tragen! Aber Guido würde sagen: „Das Teil tut nichts für dich.“

Hm, so ein Mist, ich hatte mich doch während des Nähens so auf mein neues Sommeroutfit gefreut. Ich ließ den Romper also erst einmal einige Tage auf dem Kleiderbügel hängen ohne ihn anzuziehen. Als ich den Romper dann aber ein paar Tage später meinem Freund zeigte, war er sehr begeistert, obwohl er vorher die Idee von einem Overall nicht so toll fand.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Seitdem habe ich meinen Sanibel Romper schon mehrmals an sehr heißen Tagen getragen und möchte ihn nicht mehr hergeben. Natürlich finde ich immer noch, dass er nicht so viel für meine Figur tut. Aber die Bequemlichkeit wiegt das auf jeden Fall wieder auf. Ich glaube, dass der etwas höhere Bund auch einfach sehr ungewohnt für mich war und ich mir deshalb anfangs nicht so wirklich darin gefiel.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Wenn ich mir aber jetzt die Fotos, die übrigens an der Isar entstanden sind, anschaue, kann ich gar nicht mehr verstehen, warum ich anfangs so skeptisch war. Ich finde übrigens auch, dass der Romper mit der schwarzen Tasche und einer Jacke richtig ausgehtauglich wird und hoffe, dass es noch eine Weile Sommer bleibt, damit ich meinen Sanibel-Romper möglichst oft anziehen kann.

Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Ich muss zugeben, ich hätte den Romper nicht gekauft, hätte ich ihn in einem Kaufhaus anprobiert. Aber das wäre wirklich schade gewesen. So hat mir das tollste Hobby der Welt zu einem Kleidungsstück verholfen, dass ich, wenn ich ich nähen würde wahrscheinlich nie getragen hätte.Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus Viskose

Was sagst du dazu? Hattest du auch schon mal die Situation, dass du dir ein Kleidungsstück anfangs so gar nicht gefiel und du es dann am liebsten nicht mehr ausziehen wolltest?

Materialien auf einen Bllick
Schnitt
Größe M
10,85 €
Außenstoff
Viskose von Stoff und Stil
2 m
19 €
Futterstoff
0,5 m
3,00 €
Gewebeeinlage
Gummiband
aus dem lokalen Nähladen
1 m x 1 cm
1,50 €
Knöpfe
aus dem lokalen Nähladen
7 Stück
2,80 €
Benötigte Zeit
Zuschnitt
1h 40 min
Nähen
6h 40 min

Bis bald,

deine Crissie

Auch heute gibt es noch ein paar Outtakes zum Schluss. So wie auf dem ersten Bild sehe ich aus, wenn ich meinem Freund erklären möchte, dass ich nur den Oberkörper mit Gesicht auf dem Bild haben möchte;) Bei dem zweiten weiß ich selbst nicht, was genau ich da vor hatte. Vielleicht verstecken spielen?

Frau in selbst genähtem jumpsuit Sanibel aus ViskoseVerlinkt bei: Rums

9 Kommentare

  1. Ehrlich gesagt, der Romper ist der Hammer. Ich finde er steht dir wirklich sehr sehr gut, ich kann aber deine Zweifel verstehen. Du brauchst dir aber auf keinen Fall Gedanken machen. Sehr sehr schön.
    Und der Stoff ist der Hammer, ich bin echt total begeistert.
    Liebe Grüße, Andrea

  2. Den Begriff „Romper“ habe ich noch nie gehört. Dachte immer, das heißt dann „Playsuit“. Aber man lernt ja immer was dazu. Wie auch immer, einen sehr schönen Einteiler hast du dir da genäht. Den Stoff finde ich wunderschön und auch die Knöpfe so passend.
    Viel Freude damit und liebste Grüße aus dem Naehmannsland.

    • Viele Dank. Ja mir war der Begriff auch neu. Schon verrückt, was sich die Modewelt immer für tolle Begriffe ausdenkt… Aber du hast Recht, Einteiler ist auch ein sehr treffender Begriff;)
      Liebe Grüße, Crissie

  3. Sehr, sehr stylisch! Ich befürchte, man ist mit sich selber wohl immer am strengsten. Ich finde ihn toll, auch durch den gewählten Stoff.
    Ich müsste ihn wohl auch mal nähen…
    Liebe Grüße!
    Sandra

    • Liebe Sandra, oh ja da hast du Recht. Manchmal sind wir viel zu streng mit uns. Aber ich glaube, für mich war es auch einfach erst einmal ungewohnt. Das geht mir manchmal so, wenn ich mal etwas neues ausprobiere.
      Falls der Sommer noch eine Weile hält, kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, einen leichten Stoff wie Viskose zu verwenden. Ich habe bisher noch nie etwas Luftigeres getragen, als diesen Romper.
      Liebe Grüße, Crissie

  4. Huhu Crissie, sehr cooler Romper. Steht dir ausgezeichnet! Die Mühe hat sich wirklich gelohnt. Danke für die Inspiration – du hast mich überzeugt. Ich muss mir auch einen nähen 🙂
    LG Vanessa

    • Liebe Vanessa, vielen Dank. Da bin ich wirklich gespannt und freue mich darauf deine Version zu bewundern.
      Liebe Grüße, Crissie

  5. Hey! Toller Overall!
    Ich überlege schon länger mir mal einen zu nähen, traue mich aber nicht so richtig, weil ich eigentlich denke, dass es nicht so mein Ding ist… Aber deiner ist echt mega schön und steht dir sehr gut! 🙂
    LG Nina

    • Hallo Nina, vielen Dank! Ja ich verstehe dich. Ich war mir da anfangs auch wirklich unsicher, ob es mein Ding ist. Und wie ich ja geschrieben habe, war ich auch nicht von Anfang an begeistert. Aber jetzt freue ich mir sehr über meinen Jumpsuit, vor allem kann ich damit auch Fahrrad fahren, ohne befürchten zu müssen, dass irgendwas hervorblitzt;)
      Liebe Grüße, Crissie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.